Reinhard
Geller
Media Arts
Der Weg zur Amalgamierung von Musik und Malerei war ein ganz natürlicher und zwingend. In meinem Tonmeisterleben bin ich vollgelaufen mit Musik, habe zudem gelernt, die Möglichkeiten des Computers ganz intuitiv zu nutzen. Die Übertragung auf die Malerei per Computer, mit Stift, Maus und MIDI-Controllern war dann ein Schritt, der neue Welten öffnete, alles wollte plötzlich raus zum Spielen. Da Musik Kunst in der Zeit ist, musste die damit verschränkte Malerei zwingend auch bewegt sein.
Ich arbeite seitdem an kleineren und größer angelegten Media Arts-Phantasien, die komplett aus- und durchgearbeitet werden, von der Komposition der Musik, dem Einspielen und Mischen der Klänge bis zur Animation der malerischen Elemente. Für mich erstaunlich: Als Maler bin ich eher dem Realistischen zugeneigt, das Abstrakte ist mir oft nicht genügend vielschichtig. Sobald die Bewegung ins Spiel kommt, dreht sich das vollkommen.

Konsequent setzt sich das fort in der Arbeit mit live improvisierten Visuals
im Projekt „Scriabin Code“ von Martin Albrecht.

Alle Media Arts-Arbeiten können an die unterschiedlichsten Räume angepasst werden. Fragen Sie mich:

SoNoVin
MediaArts-Sinfonie, 2013, Panorama-Video (5760 x 1080 px), 10-Kanal-Ton; 43 Min.
Geschaffen für die “TransEuropäischen KulturGrooves” 2013 in Ebertsheim/Pfalz. Seither wurde die MediaArts-Sinfonie vielfach gezeigt. SoNoVin verschränkt Musik und bewegte Malerei auf’s Innigste. Es scheint trotz aller Komplexität ein unmittelbarer Zugang zu bestehen, obwohl es den zahlreichen Zuschauern/hörern kaum möglich ist, das Erlebte in Worten auszudrücken. Daher will ich es gar nicht erst versuchen. Ich stelle lieber eine angepasste, webtaugliche Version der letzten 12 Minuten des insgesamt 43-minütigen Stückes zur Verfügung, die zumindest eine Ahnung von dem vermittelt, was dort auf der 15 m breiten Panorama- Leinwand mit Super-HD-Video und holografischem 10-Kanal-Ton zu erleben ist. Bitte stellen Sie sich vor, dass das Bild den gesamten Sehbereich beschäftigt, der umgebende Raum verschwindet. Man schaut nicht zu, man ist drin. Es entsteht ein Sog in eine ganz eigene Welt!
Das Video versucht, die Krümmung der Leinwand nachzuvollziehen. Es könnte vielleicht helfen, die Einführung dazu zu lesen, die im Katalog abgedruckt war. Und bitte: Ordentliche Lautsprecher oder Kopfhörer nutzen! Danke...

Lullaby for an Underwater Continent
MediaArts-Phantasie, 2014, Panorama-Video (3840 x 1080 px), 2-Kanal-Ton; 14:48 Min.
Diese Arbeit meint Afrika: In seiner tragischen und doch hoffnungsvollen Gegenwart und seiner Eigenschaft als Wiege der Menschheit: Wir alle sind Afrikaner.
Die Musik folgt formal barocken Formen: Ouverture, Choralfantasie. Stilistisch ist sie aber - analog zu den Bildwelten - eine Überlagerung vieler Spielarten. Eine Überlagerung ist auch die Projektion eines Videos auf eine Gemäldetafel. Dies ergibt eine Konstante im kulminativ sehr aufwühlenden Geschehen.
Lullaby for an Underwater Continent wurde zuerst beim Ebertsheimer Kultursommer 2015 gezeigt.

Music for Heroes and Cheap Instruments
Interaktive MediaArts_Fantasie, 2015, 15 Min. Video (3840 x 1080 px)) Live Visuals, Musik
Music for Heroes and Cheap Imstruments ist ein sehr spielerisches MediaArts-Projekt, entstanden zum Ebertsheimer Kultursommer 2015, der unter dem Motto “Stars Over Ebertsheim” stand. Dieser kleine Pfälzer Ort am Eisbach wurde vor 1250 von einem gewissen Eberolf gegründet. Es ist nichts über diesen “Heroen” bekannt, was andererseits der Fantasie alle Türen öffnet.
Bei dieser Produktion kann das Publikum mitmachen: Die “Cheap Instruments” stehen bereit, gespielt zu werden. Es sind keine klassischen Instrumente. Niemand hat je auf solchen gespielt. Die Musik ist sehr rhythmisch, tanzbar. Die Bilder folgen dem. Die Cheap Instruments nehmen Einfluss auf die Bilder, man sieht unmittelbar eine Reaktion auf die Aktion am Instrument: Ein Biegen und Tanzen und Grooven.

Park in the Dark
MediaArts-Phantasie, 2017/18; Panorama-Video (3840 x 1080 px); Multi-Kanal-Ton; 28:11 Min.
Zum Abschluss des Symposiums im Landschaftspark Gienanth im September 2018 gab es diese Video-Musik-Performance. Ein Sound reaktives Video wurde zwischen die Bäume projiziert und die Musik kam in immersivem Surround dazu, teils vorproduziert, teils live gespielt und gesungen mit einem Chor und drei der Künstler*innen bespielten als Musiker die Stahlskulptur, eine Gemeinschaftsarbeit von Carmen Stahlschmidt, Motz Tietze, Uta Schade, Uli Lamp und mir. Das Video und mehr zum Symposium “Der Park lebt” gibt es hier.

Martin Albrecht - Scriabin Code
Multimediales polysensuales Musik-Visual-Live-Projekt
Genre- und Zeit übergreifend, Klassik, Improvisation, Live reaktive Visuals, Performance
Der SCRIABIN CODE befasste sich ursprünglich mit dem Universum des Alexander Skrjabin (1872 - 1915). Dabei folgen die Protagonisten einer “Dekodierung” seines Werkes in die zeitgenössische Musik.
Die klassische Pianistin Asli Kiliç spielt die ausgewählten Originale Skrjabins und direkt im Kontext kommt der Dialog des Ensembles, vertreten durch den Pianisten Daniel Prandl, Martin Albrecht an Klarinetten und Electronics, Dirik Schilgen am Schlagzeug und Rebecca Mauch an Kontrabass und Electronics. Eine Besetzung, die sich ebenso kundig wie furchtlos in improvisierter zeitgenössischer Musik wie im Jazz, Electro und Pop bewegt.
Den visuellen Part übernehme ich mit einer Video-Live-Performance. Dabei kommen nicht nur Farbimprovisationen, sondern auch Formen und Bewegungen zum Einsatz: Gemaltes Ballett, erregte Farbsymphonien, dynamische Formen, alles bidirektional reaktiv und eng verzahnt mit der Musik.
2019 haben auch wir dem Bauhaus gehuldigt und uns unsere Gedanken dazu gemacht, was Bauhaus heute bedeuten könnte. Das Ergebnis: #BauhausMatrix. Premiere war im Bauhaus in Dessau. Wo sonst?